Essensverschwendung: Wie ein Engländer dagegen kämpft

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Lebensmittelverschwendung in Deutschland

18 Millionen Tonnen Lebensmittel landen laut einer WWF Studie allein in Deutschland jedes Jahr im Müll.
Dazu zählen die Abfälle, die bei der Erzeugung, der Verarbeitung sowohl im Handel, als auch in Privathaushalten entstehen: Ein ethisches, ökologisches und ökonomisches Problem.

Privathaushalte kommen auf mehr als 6 Millionen Tonnen. Pro Person macht das etwa 85 Kilogram. Und das pro Jahr.

Wir konsumieren dabei Lebensmittel, die teilweise aus anderen Ländern stammen und häufig auf Ressourcen ärmerer Länder zurückgreifen. Dort leben die Menschen in Armut und Hunger. Aus ethischer Sicht lässt sich hier schon das erste Problem von Lebensmittelverschwendung feststellen. Wir entsorgen in großen Mengen noch essbare und verwertbare Lebensmittel, während Menschen in Ländern, die an Teilen der Produktion, des Transportes etc. beteiligt waren nicht genügend Essen haben und hungern. Ein Beispiel dafür ist Palmöl (unter anderem häufig enthalten in Schokolade, süßen Brotaufstrichen oder Margarine). Dies stammt beispielsweise aus Indonesien oder Malaysia.
Um die Lebensmittelverschwendung zu reduzieren, ist es wichtig, dass Bewusstsein für Lebensmittel zu ändern und den Wert von dem was wir essen schätzen zu lernen.

Beispiel: Banane

Schmeißen wir eine angebissene Banane weg, so wird dabei nicht nur die Banane verschwendet. Bis die Banane hier in Deutschland landet, ist ein durchdachter und aufwendiger Prozess notwendig. Vom Anbau bin hin zur Ernte, dem Transport, der Kühlung, Lagerung und dem Verkauf. Für all diese Schritte werden weitere Ressourcen, Wasser und Energie benötigt. Es geht demnach nicht nur um die Lebensmittel an sich, sondern auch andere Rohstoffe und Ressourcen, die für die Herstellung benötigt werden.

Ein Engländer kämpft gegen die Verschwendung von Essen

In England findet sich ein tolles Beispiel, wie eine einzelne Person erfolgreich startete, sich gegen die Verschwendung von Essen einzusetzen: Tristram Stuart.

Bereits im Alter von 15 Jahren sammelte er Essensreste aus der Kantine seiner Schule, vom Bäcker oder Bauern. Die Reste gab er seinen Schweinen zum Fressen. Dabei fiel im auf, wie viel davon auch er hätte essen können.

In Europa ist es als Folge der Maul- und Klauenseuche seit 2001 verboten, Abfälle an Schweine zu verfüttern. Für Tristram ist das „unwissenschaftlich und unnötig“. Denn er betont, sobald die Reste für die Schweine gekocht werden, seien sie ungefährlich. „Wir züchten Schweine, um Lebensmittelabfall wieder in Lebensmittel zu verwandeln“ – ein Ansatz, den Tristram auch in Europa ermöglichen möchte. So könnten Futtermittel für Tiere gespart und die Verschwendung von Lebensmitteln gleichzeitig reduziert werden.

Mit seinem weiteren Projekt Feeding the 5000 werden aus Zutaten, die im Müll hätten landen sollen, Mahlzeiten von Freiwilligen gekocht und kostenlos verteilt. Nicht nur in England, sondern bereits weltweit gab es Events nach diesem Vorbild.

Tristram Stuart macht mit seinen Aktionen und Projekten auf die Verschwendung von Lebensmitteln aufmerksam und hofft auf ein Umdenken bei jedem. Ihm ist klar, dass ein „gewisser Grad an Abfall unvermeidbar ist“, dennoch kann jeder Einzelne helfen, die Verschwendung zu reduzieren und das Verschwenden von Lebensmitteln als „sozial inakzeptabel“ zu prägen.

Dieser Blogartikel wurde im Zusammenhang mit dem heldentag2018 veröffentlicht.

Quellen:

  • www.bzfe.de
  • http://www.wwf.de/fileadmin/fm-wwf/Publikationen-PDF/WWF_Studie_Das_grosse_Wegschmeissen.pdf
  • https://www.nationalgeographic.de/umwelt/2018/03/wie-ein-englaender-gegen-die-verschwendung-von-essen-kaempft