Plastik und die Umwelt

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In unserem Alltag finden wir Plastik überall – ob im Bad, am Schreibtisch, beim Kochen in der Küche oder unterwegs. Plastik ist ein leichtes und vergleichsweise günstiges Material, dass sich in vielen Bereichen einsetzen lässt. Doch welche Auswirkungen hat Plastik eigentlich auf unsere Umwelt, warum rückt das Material gerade immer mehr in den Fokus?

Plastik enthält schädliche Stoffe

In Plastik befinden sich Weichmacher und Chemikalien, die als gesundheitsschädlich eingestuft sind. Dabei geht es beispielsweise um Phthalaten (Weichmacher), oder Bisphenol a (BPA) und Polycarbonat (PC).
Diese sind dabei in vielen Produkten wie Kinderspielzeug, Verpackungen oder Regenkleidung zu finden. So ziemlich jeder Mensch kommt also täglich mit entsprechenden Produkten in Kontakt und demnach können bei vielen Menschen – inkl. Neugeborenen – nachweisbare Mengen an BPA oder Weichmachern im Körper gefunden werden. Studien zufolge lässt sich nachweisen, dass sich BPA auf das hormonelle Gleichgewicht des Menschen auswirken und insbesondere bei Kindern zu Entwicklungsstörungen führen kann. In welchem Ausmaß in Plastik enthaltene Stoffe schädlich sind, ist bisher noch nicht belegt und nicht bekannt. Sicher ist aber, die Weichmacher lassen sich inzwischen in fast jedem Körper nachweisen.
In einigen Ländern wie Kanada oder Frankreich ist BPA als Zusatzstoff in Kinderprodukten bereits verboten.

Viele Plastikprodukte sind Wegwerfartikel

Beispiel Plastiktüte – sie ist meistens weniger als 30 Minuten im Einsatz und braucht dann mindestens 100 Jahre, um zu zerfallen. Ein erschreckendes Verhältnis, das viele Produkte, gerade Einwegartikel betrifft. In Europa werden pro Jahr Millionen Tonnen an Plastik selbstverständlich nach ihrem ersten und einzigen Gebrauch weggeworfen. So landen Plastiktüten, -flaschen oder Strohhalme häufig in der Natur und  früher oder später gelangen viele dieser Plastikteile über Flüsse ins Meer.

Plastik kann für Tiere gefährlich werden

Die Überbleibsel unseres Abfalls kosten jedes Jahr bis zu 100.000 Meeressäuger und 1.000.000 Meeresvögel das Leben. Fische oder Seevögel verwechseln das im Meer schwimmende Plastik häufig mit Nahrung. Anschließend verhungern die Tiere mit einem Magen voller Plastik, da dieses ihren Verdauungstrakt verstopft. Außerdem verheddern sich Tiere in herumschwimmenden Fischernetzen oder anderen Plastikresten und können dadurch schwere Verletzungen erleiden. Solche Bilder und Nachrichten gehen immer häufiger um die Welt.

Für die Herstellung wird Erdöl verwendet

Meisten bestehen Plastikprodukte aus Polyethylen oder Polypropylen, welches wiederum wird aus Erdöl gewonnen wird. Für eine ca. 20 Gramm schwere Plastiktüte werden 40 Gramm Erdöl benötigt. Etwa 4% des weltweit geförderten Erdöls wird pro Jahr für die Herstellung von Plastik benötigt.
Erdöl kann einige negative Auswirkungen auf die Umwelt haben: Meist legt Eröl einen langen Transportweg zurück, um zum Ziel zu gelangen. Bei Unfällen während der Gewinnung oder des Transportes kann es zu großen Umweltkatastrophen kommen, bei denen sich Ölteppiche im Meer bilden und dabei die Umwelt und das Leben viele Tiere bedrohen. Bei der Verbrennung von Erdöl, wird Kohlendioxid ausgestoßen. Dieses CO2 hat macht einen besonders großen Teil des Treibhauseffektes aus.
Wenn der weltweite Plastikkonsum reduziert wird, kann dadurch auch diese Ressource und damit die Umwelt geschont werden – man denke auch an die gefährlichen Ölbohrungen bzw. das Fracking.

Im Meer entstehen Inseln aus Plastik

Durch Meeresströmungen sammelt sich in bestimmten Gebieten der Weltmeere ein großer Teil des im Meer schwimmenden Plastikmülls an. Dieser bildet dabei nicht nur Plastikinseln, die an der Wasseroberfläche sichtbar sind, sondern gelangt auch in tieferen Schichten und den Meeresboden. Zwischen Hawaii und Kalifornien befindet sich der sogenannte Great Pacific Garbage Patch – die größte Plastikansammlung im Meer. Schätzungen zufolge ist diese Insel etwa 3 mal so groß wie Frankreich. 80.000 Tonnen Plastikmüll haben sich etwa dort angesammelt. Das entspricht etwa 500 Jumbo Jets.

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Quelle: Umweltbundesamt

Mangelndes Recycling

Eine säuberliche Mülltrennung auf Seiten der Konsumenten könnte das Recycling deutlich vereinfachen. Dazu zählen zum einen Fehlwürfe – diese machen in Großstädten aktuell bis zu 50% der Gelben Tonne aus – und nicht ausreichend gesäuberte Produkte. Fehlerhafte Produkte werden aussortiert und in den meisten Fällen anschließend verbrannt. Vom anfallenden Plastikmüll werden in Deutschland etwa 12% stofflich wiederverwertet. Der Rest wird verbrannt oder nach China exportiert. Grund dafür, dass so viel Plastik eben nicht recycelt wird, ist scheinbar die höhere Effizienz für die Entsorgungsfirmen. Ganz einfach gesagt: Sobald der Entsorger den Kunststoffabfall zur Verbrennungsanlage bringt, liegt sein Profit daran höher, als wenn er den Müll zum Recyceln bringt.
Sowohl die Fehlwürfe, die sortiert werden, als auch die Plastikabfälle die verbrannt oder exportiert wereden, zählen laut einem Interview  der Süddeutschen Zeitung mit dem Nachhaltigkeitsrat zu der Recycling Quote.

„Würde man all das aus der Recyclingquote herausrechnen, lägen wir deutlich unter dem, was die EU fordert“, so Ludolf Ernst, Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Abfallwirtschaft e.V.

Im Vergleich dazu werden Glas und Papier in Deutschland zu etwa 80% recycelt – eine deutlich bessere Quote.
Wenn recycletes Kunststoff erneut verwendet wird, so überwiegend für qualitativ eher schlechtere Produkte. Für Lebensmittelverpackungen genügen die alten Materialien dann in den meisten Fällen nicht mehr den Anforderungen an die Hygiene.