Kindheitsidee rettet das Meer

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Ein junger Niederländer möchte mit seinem ambitionierten Projekt die Weltmeere vom Plastik befreien. Dafür hat er mit seinem Team eine Art Meereswaschmaschine entwickelt, die den Müll von der Wasseroberfläche fischt. Im Sommer ging das Projekt im Pazifik zu Wasser.

Er sieht aus wie ein kleiner Popstar mit eigenem Start-up: Boyan Slat ist gerade einmal 24 Jahre alt. Bereits jetzt hat er aber die gesamte Umweltbranche aufgewühlt. Alles Begann mit 16 Jahren in einem Urlaub in Griechenland.2011 sieht Boyan beim Tauchen mehr Müll als Fische. Angestachelt von seiner Idee, dass sich das ändern muss, gründet er damals die Initiative „The Ocean Cleanup“. Sein Ziel: Technologien entwickeln und den Müll aus den Meeren bekommen. Doch der Anfang war schwer – keiner interessierte sich für seine Idee. Dann wurde Boyan zum Online-Hit. Seine TEDx –Rede „How the Oceans can Clean Themselves“ ging viral und tausende Freiwillige melden sich. Über 30 Millionen US-Dollar wurden mittlerweile eingesammelt. „Sich um das Abfallproblem der Weltmeere zu kümmern ist eine der größten Herausforderungen der Menschheit.“, sagt Boyan Slat.

Und das stimmt: Ein Müllstrudel zwischen Kalifornien und Hawaii soll aufgrund der Meeresströmung fünfmal so groß sein wie Deutschland. 1,8 Billionen Plastikteile schwimmen hier auf dem Meer – wie eine kleine Insel. Das Ocean Cleanup möchte hier helfen.

Die Idee

Mit kilometerlangen Fangarmen soll auf der Wasseroberfläche schwimmendes Plastik gesammelt werden. Diese sind am Meeresgrund verankert. Regelmäßig sollen dann Schiffe vorbei kommen, den Müll abschaufeln und an Land recyceln. Wenn dieses System funktioniert, dann wäre es das größte Bauwerk, das je im offenen Ozean installiert worden wäre.

Und das ist nötig. Boyan Slat glaubt, dass bis 2020 die Menge auf mehr als sieben Millionen Tonnen anwächst. „Das ist das Gewicht von 1000 Eiffeltürmen. Sagt mir bitte nicht, dass wir das nicht zusammen aufräumen können“, fleht der junge Visionär.

Bescheuerte Idee oder geniale Chance?

Viele Kritiker glauben, dass die Vorstellungen des Projektes und die Mengen die sie einsammeln wollen unrealistisch sind. Viel schlimmer wiegen aber die Stimmen, die sogar glauben, der Meeresstaubsauger könne dem Meer schaden. Experten fürchten, dass sich auch Tiere in den Fangarmen befinden können und dann durch das Abtragen des Plastiks getötet werden.

Jetzt wird es ernst

Nach dem erfolgreichen Test in der Nordsee soll das System noch diesen Sommer im Pazifischen Müllstrudel installiert werden – es ist seit seiner Entdeckung 1997 der erste größere Versuch, diese Müllmasse zu beseitigen. Informationen des Mother Nature Network zufolge sollen die Bauteile des riesigen Systems in den kommenden Wochen von San Francisco aus in den östlichen Teil des Müllstrudels transportiert werden. Der Transport soll demnach etwa drei Wochen dauern und das Gerät im Spätsommer bereit sein, seine Arbeit aufzunehmen. Die Experten von „The Ocean Cleanup“ glauben, dass ihr Meeressäuberungs-Gerät innerhalb von nur fünf Jahren die Hälfte des Müllstrudels beseitigen kann.

Dieser Blogartikel wurde im Zusammenhang mit dem heldentag2018 veröffentlicht.

Quellen:

  • www.deutschlandfunk.de/projekt-ocean-cleanup-meereswaschmaschine-in-der-nordsee-in.676.de.html?dram:article_id=366277
  • www.tagesschau.de/ausland/muell-weltmeere-slat-101.html
  • www.tagesschau.de/ausland/muell-weltmeere-slat-101.html
  • www.utopia.de/gegen-plastikmuell-im-meer-the-ocean-clean-up-startet-frueher-als-geplant