Boracay: No-Go-Area Paradies

0 Comment
76 Views

Traumhaft weiße Sandstrände, Palmen und ein türkises Meer. Doch das Bild trügt: Denn hier stinkt gewaltig. Die Regierung der philippinischen Trauminsel Boracay hat im April die Konsequenz gezogen und das Paradies geschlossen. Noch bis November dürfen sich keine Touristen am Strand sonnen.In relativ kurzer Zeit wurde aus der stillen Insel Boracay ein Top-Urlaubsziel. Hotels entstanden in kürzester Zeit und immer mehr Menschen erhielten Jobs in der Tourismusbranche. Die Infrastruktur war für dies

e Massen aber nicht vorbereitet. Die Umwelt leidet. Eine richtige Kanalisation fehlte zum Beispiel und so stank es am Meer wie in einer „Kloake“. Das sagte zu mindestens der philippinische Präsident Rodrigo Duterte kurz vor der Schließung der Insel.

Relativ überraschend und ohne Absprache mit seinen Beratern beschloss er im April 2018 die Insel zu No-go-Area für Touristen zu erklären. Seine Berater hatten lediglich eine Art Obergrenze oder Teilschließung gefordert. Duterte ignorierte diesen Rat.  „Wenn man ins Wasser geht, stinkt es. Nach was? Nach Scheiße“, hatte der Präsident der Philippinen wohl gesagt. Böse Zungen behaupten, Duterte wolle nur mehr Macht über das Land bekommen und chinesische Investoren unterstützen.

6 Monate hat die Regierung jetzt Zeit, die Insel für Touristen umzubauen und so die Umwelt zu retten. Das Meer und die Natur hatten stark unter den knapp zwei Millionen Touristen jährlich gelitten. Seit April wird aber nicht nur an der Infrastruktur gearbeitet, zusätzlich wurde auch Müll gesammelt und Schrott weggeschafft. Das alles müssen die Bewohner der Insel alleine schaffen. Auf diese kommt nämlich nur, wer auch einen Wohnsitz auf Boracay vorweisen kann. Soldaten patroullierten zur Kontrolle auf der Insel und überprüften die Fähren.

Boracays Bewohner traf diese Entscheidung hart. Viele arbeiteten schließlich in der Tourismusbranche. Sie fanden zwar auch, dass man die Umwelt schützen muss, ob das aber so drastisch sein muss, bezweifelten viele. Tausende Mitarbeiter hatten ihren Job verloren. Die Regierung stellte 38 Millionen US-Dollar als Überbrückungsgeld zu Verfügung. Der gesamten Tourismusindustrie der Insel gehen wohl Einnahmen in Höhe von hunderten Millionen Euro durch die Hand. Für die nachhaltige Entwicklung einer Tourismusbranche mit und nicht gegen die Umwelt war die Schließung aber vielleicht unabdingbar.

 

Dieser Blogartikel wurde im Zusammenhang mit dem heldentag2018 veröffentlicht.

Quellen: